Trekkingreise Kanada-Westen vom 05. Juni - 29. Juni 2005


Sonntag, 05. Juni 2005

Mit dem Flieger ging es heute von Hamburg über Frankfurt nach Calgary.
Mit Air Canada und einem Airbus330 gings über den großen Teich. Wie wir feststellten, saßen wir 'Wikinger' alle auf einem Haufen und konnten uns so schon ein wenig kennenlernen.
Der Flug betrug 9:45 Stunden und glänzte durch wirklich sehr guten Service an Bord, auch wenn zwei der Stewardessen heute wohl keinen so guten Tag erwischt hatten. Das Essen ließ wirklich nichts zu wünschen übrig. Es gab Hühnchen mit Reis und als Nachtisch einen fetten Cookie. Damit aber noch nicht genug. Ein Stündchen später kam der Eismann. Mhh lecker Vanille/Caramel Eis. Ja so lässt es sich leben. Damit die Kalorien an diesem Tag aber auch ordentlich zuschlagen konnten, gabs am Abend dann noch Pizza, zu der ich mir ganz stilvoll ein Glas Rotwein gönnte. Und um 16.00 Uhr Ortszeit erreichten wir auch schon Calgary. Zum Abschluß diesen guten Fluges, gabs dann noch Air Canada Kofferanhänger. Schick... ;o) Am Flughafen wurden wir von unserem Guide Larry abgeholt und dann erstmal ab ins Hotel. Hier gabs abends noch einen kleinen Schlummertrunk und zur Begrüßung sogar schicke Mützen von Timberwolftours, dem Partnerunternehmen von Wikinger hier in Kanada. Mensch ein Tag voller Geschenke. Das wars dann aber auch und wir holten erstmal Schlaf nach, bevor es dann morgen in die Wildnis geht.

Montag, 06.Juni 2005

Gefrühstückt wurde heute im Hotel und das war ein Frühstück was es in sich hatte. Ich wählte ein Omlett und wurde schier erschlagen von diesen Massen. Dieses Omlett war gefüllt mit Schinken und dreierlei Käsesorten und dazu gab es noch kleine Kartoffelecken mit Salatbeilage. Also wir hatten ordentlich zu tun, diese Unmengen zu vernichten. Aber das Essen hielt dann wenigstens für den ganzen Tag vor.


Bevor es aber in die Wildnis ging, schauten wir uns Calgary an. Auf dem Calgary Tower verschafften wir uns einen Überlick über die Stadt, ehe wir bei einem Rundgang die kleine Innenstadt erkundeten.

Blick auf Calgary

Wie typisch für unsere Reise fing es an zu regnen, als wir uns auf den Weg nach Banff zum Banff National Park machten. Der Regen hörte gar nicht mehr auf, was uns aber nicht davon abhielt, unsere Zelte aufzubauen und auch noch eine kleine Wanderung zu unternehmen. Immerhin konnte ich so meinen Regenponcho, meine Regenhose und den Regenschutz für den Rucksack (unser Reiseleiter nannte diesen 'Rucksackschirm') testen. Und dieser erste Test wurde mit Bravour bestanden.


Auch nach der Wanderung regnete es immer noch und wir waren heilfroh, dass unsere Campsite eine kleine Hütte hatte, in der es sich gut aushalten ließ. Da es nicht nur nass, sondern auch noch a...kalt war, war ich noch dankbarer, dass diese Hütte auch einen Ofen hatte, der mit guter Befeuerung schööööööööön warm war. Was man vom Inneren des Zeltes nicht gerade sagen konnte. Auf dem Boden war es knackige zwei Grad warm und in einem Meter Höhe immerhin schon fünf Grad. Zu blöd, dass der Schlafsack nicht in dieser Höhe war. Immerhin konnte ich gut einschlafen, denn es regnete immer noch und das Prasseln aufs Zelt war eine schöne Einschlafmelodie.

Auch Regen hält uns nicht vom Wandern ab

Dienstag, 07. Juni 2005

Um 9 Uhr ging es heute in Richtung Lake Louise. Ich denke es verwundert nicht, wenn ich jetzt schreibe, dass es immer noch regnete. Aber ich war der Meinung, dass der Regen schon weniger wurde und es aufklarte.
Ein weiteres Indiz für besseres Wetter waren die Berge. Diese sah man nun immerhin. Na das war doch ein guter Anfang.
Der Weg zum Lake Louise (zumindest was die meisten Touristen von ihm sehen) war ein kleiner Spaziergang. Dies sollte sich aber ändern, denn unser Weg ging natürlich weiter. Nicht umsonst hatten wir einen Wanderreise gebucht.

Der Regen ließ nach bzw. hörte auch mal ganz auf, was unser Wandern doch angenehmer machte. Einige Höhenmeter lagen vor uns und mit 13 Kilometern hin und zurück war es auch nicht gerade ein Spaziergang. Da wir immer mehr in höheren Lagen wanderten, trafen wir auch auf die ersten Schneefelder. Am sogenannten Teehäuschen war unsere erste Rast, die wir uns auch verdient hatten. Hier oben sah es noch richtig nach Winter aus und wir hielten es für einen Scherz als Larry uns den weiteren Weg zeigte. Denn wir sahen keinen Weg sondern nur Schnee. Und da sollten wir lang?


See in winterlicher Landschaft im Juni

Wer hätte das gedacht, es gab hier nicht nur Berge, sondern auch noch Massen von Schnee. Und wir stapften auch noch durch den Schnee durch. Wow, das hat schon Spaß gemacht.


Schneemassen wollen bewältigt werden Wandern im Schnee

Den Schnee haben wir aber gut hinter uns bringen können und nun lag nur noch ein steiler Aufstieg vor uns und der ohne Schnee. Was die Sache immerhin einfacher machte.
Der Aufstieg hatte sich aber gelohnt, denn oben angekommen, bot sich uns eine grandiose Sicht auf den Lake Louise mit seiner milchig grün-blauen Farbe. Mich erstaunte die Farbe, denn immerhin was es schlechtes Wetter und da hätte ich nicht mit so einer Farbe gerechnet.


Die Strapazen haben sich gelohnt, Lake Louise von oben!


Mittwoch, 08. Juni 2005

Um 07.00 Uhr hieß es für mich aufstehen. Leider zu spät, denn Thomas der schon eher wach war, erzählte mir, dass wir Besuch von einem Hörnchen hatten. Und ich hab es nicht gesehen..arghh.
Heute morgen führte uns unsere Fahrt zum Johnsten Canyon (en francais Canyon Johnston). In diesem Canyon hatte sich ein Fluß tief in den Fels geschnitten und bildete somit ein schönes Gebilde. Der Touristentrampelpfad war hier, dank einer Stahlkonstruktion, gut angelegt. Witzig fand ich auch das Hinweisschild 'stay on the catwalk'. Ja endlich darf auch ich mal auf den Laufsteg.
Viel mit Wandern war hier nicht, aber immerhin war man ein wenig in Bewegung.
Und weiter gings auf den Straßen durch die Rockies. Unterwegs gabs schöne Aussichten und ein selten ulkiges Schaf. Dieses Schaf war wirklich irre. Es rannte einfach immer die Straße lang. Aber nicht irgendwie, nein, dieses Tierchen nahm vorschriftsmässig die für die Richtung entsprechende Fahrbahn und als ein Auto sehr dicht auffuhr, scherte es aus, machte Platz und als das Auto vorbei war, gings wieder auf die Piste. Irre, ich sags ja.
Am Nachmittag waren wir dann wieder in Banff. Während ein Teil der Gruppe die heißen Quellen besuchte, entschieden Thomas und ich uns für die Gondelfahrt auf einen der Berge um Banff. Laut Larry konnte man auch zu Fuß den Aufstieg wagen, aber das war uns dann doch zu viel Gerenne. Als wir mit der Gondel den Weg sahen, waren wir überzeugt, das Richtige getan zu haben, denn hier lag auf den letzten Metern sogar noch massig Schnee.


Blick auf Banff

Die Aussicht von hier oben war sehr schön. Auch das Wetter spielte mit und so hatten wir hier eine grandiose Aussicht auf Banff und die Rockies.
Auf dem Rückweg gabs wieder was zu knippsen, denn wir erblickten einen fetten Wapitihirsch mit großem Geweih am Straßenrand. Ja das war ein gelungener Ausklang des Tages.


Donnerstag, 09.Juni 2005

Heute war sozusagen der Tag der Seen.
Zuerst gings zum Moraine Lake. Ach was war der schön. Viel zum Wandern gabs hier leider nicht, aber auch von unserem kleinen Aussichtspunkt war der Blick fantastisch und als sich dann auch noch ein kleines Hörnchen in Positiur setzte, ja was wollte man da noch mehr? Nichts würde ich sagen.


Lake Moraine

Danach gings ab zum Emerald Lake. Wie der Name schon sagt, war dieser See Smaragdgrün. Es war gerade Mittagszeit und so suchten wir uns einen traumhaften Platz mit Blick auf den See, um zu picknicken. Ja, so schmecken die Sandwiches noch besser. Hier bewegten wir uns wieder etwas mehr und umrundeten den See. Sehr schön.



Freitag, 10. Juni 2005

Heute gings von Banff nach Jasper. Also ab in den nächsten National Park der Rocky Mountains. Der Weg dahin war an sich schon wieder fast das Ziel, denn die Landschaft war traumhaft. Am meisten beeindruckte mich der Bow Lake. Wir hatten heute sogar besseres Wetter als auf den Postkarten. Der See war wirklich spiegelglatt, keine Wellen, nichts. Einfach still ruht der See. Dementsprechend genial war der Blick auf die Berge und den See, denn besser hätte die Spiegelung nicht sein können. Sogar Larry zückte seinen Apparat.


Die perfekte Spiegelung Sowas muss man natürlich festhalten

Ach einfach irre. Das am See gelegene Visitorcenter war nicht der Renner, versorgte mich aber mit den mittlerweile notwendigen Süßigkeiten. Der auch fast obligatorische Kaffee, sah mir hier nicht so lecker aus. Ist halt kein Starbucks. Und da es hier nicht so aufregend war, gings ab zum Bus. Plötzlich gabs Aufregung. Hui, es wurde ein Grizzly gesehen. Larry trommelte uns alle zusammen, damit wir vielleicht noch die Chance hatten, einen Blick auf den Bären zu werfen. Fast alle waren da, ausser Katja. Ein Katja-Herhol-Kommando wurde schon losgeschickt. Katja hatte sich im Gegensatz zu mir, den Kaffee gegönnt. Als sie hörte dass wir einen Grizzly sehen wollten, war ihr der Kaffee egal und sie übergab ihn der Natur (da der Kaffeebecher voll war, hätte es eh nur im Bus gekleckert). Und tatsächlich, wir hatten das Glück einen Grizzly zu sehen, wenn auch nur von hinten. Aber ein schöner Rücken kann auch entzücken.


Der Grizzly - nicht jeder bekommt ihn zu Gesicht. Wir schon!

Immer noch hin und weg von dem Bären gings dann weiter Richtung Jasper. Mittlerweile war es schon Mittag und so machten wir ein Picknick am 'North of Saskatchewan River'. Larry bereitete hier frisch Thunfischsalat zu, den wir dann mit dem heißgeliebten Pappbrot vernichteten. Neben uns speiste eine Gruppe von Japanern. Während es bei uns rustikal zuging und es bei uns auf dem Tisch aussah, wie auf einem Schlachtfeld, speisten die Japaner sehr stilvoll und vor allem japanisch. Jeder hatte eine kleine Box vor sich und aus dieser Box wurde auch gegessen. Nichts lag rum, alles hatte hier seine Ordnung. Pah, immerhin hatten wir eine Tischdecke.
Weiter ging es dann zum Columbia Icefield. Es war schon imposant anzuschauen, wie sich die Gletscherzunge so ins Tal schiebt. Die Sonne zeigte sich nur ab und zu, so dass wir nur selten , den azurblauen Schimmer des Eises bewundern konnten. Aber auch so war es schon ziemlich genial. Gott sei Dank hatten wir die Timberwolfmützen dabei, denn der Wind pfiff hier doch recht stark und kalt war es auch. Das hielt uns aber natürlich nicht ab, dem Geltscher ein wenig näher zu rücken. Schön im Entenmarsch ging es weiter auf den Gletscher rauf. Larry ging vor, denn durch das Schmelzwasser wird das Eis doch ziemlich stark unterspült und einbrechen, wollten wir ja nun nicht. Nach diesem kühlenden Ereignis ging es weiter on the Road.


Mit Mütze und Sonnenbrille auf den Geltscher Der Gletscher

Nach einer kurzen Wanderung und Besichtigung des Peyto Lakes erreichten wir dann Jasper. Der Campground war ok und diesmal war Larry fürs Abendessen zuständig. Da wir aber noch ein wenig Zeit hatten, hieß es erstmal Shoppen in Jasper. Und das konnte man hier auch gut. Im Gegensatz zu Banff gabs hier nicht nur Souvenirläden, sondern auch ganz normale mit Klamotten usw. Das Abendessen war eine Art Gemüsechili und das machte die Meute satt. Aber zu einem stilvollen Essen gehört natürlich auch ein Nachtisch und so zog es uns am Abend wieder nach Jasper in einen Eisladen. Ich gönnte mir eine Kugel 'After Eight' Eis. Aber die Kugel hatte es in sich, denn die war riesig. Puhh was fürn fetter Nachtisch. Satt und zufrieden und mit Regen, der heute Abend einsetzte, ging der Tag zu Ende.


Samstag, 11. Juni 2005

Der Morgen fing gut an, denn Larry machte für uns leckere Pancakes. Mit gut schmeckendem Ahorn-und Blaubeersirup rutschten die wie nix die Speiseröhre runter. So ausreichend gestärkt, gings auf Kurztrip nach Jasper. Hier vertrieben wir uns die Zeit mit ein wenig spazieren und shoppen, bevor es dann weiter zum Maligne Lake ging.
Darauf hatte ich mich eigentlich schon die ganze Zeit gefreut, denn das typische Postkartenmotiv was man von hier bekam, war einfach Kanada pur. Thomas ‚schwächelte’ ein wenig und ich hoffte, dass er von der bei uns grassierenden Übelkeit verschont blieb.
Mit dem Boot gings über den Maligne Lake hin zu Spirit Island, wo sich dieses bekannte Postkartenmotiv befand.
Man gut, dass Thomas an Land blieb, denn ein wenig schaukelte das schon und für einen empfindlichen Magen war dies dann doch völlig ungeeignet.
Die Fahrt war recht schön und auf Spirit Island angekommen, kam sogar ein wenig die Sonne raus. Ja Glückskinder halt. Das Motiv wurde ausreichend auf Film gebannt und dann gings auch schon wieder zurück. Das ganze Theater nur für ein paar Bilder. Aber schön wars trotzdem.


Maligne Lake

Nach dem Maligne Lake machten wir den Maligne Canyon unsicher. Hier hieß es dann wieder ein wenig die Beine vertreten und wandern.
Die Aussicht war schön und das Wetter war diesmal auch durchaus annehmbar. Nach dieser erneuten Naturerfahrung gings wieder ab in die City nach Jasper.
Heute hieß es adieu Campingkost, denn zur Feier des Tages speisten wir in einem italienischen Restaurant.
Boa, da hatte man ordentlich was auf dem Teller. Ja, so muss es sein.
Aber das sollte nicht das letzte Highlight gewesen sein. Auf der Rückfahrt bog Larry plötzlich ab. Grund für diese Spontanentscheidung war die Sichtung eines Schwarzbären. Der trottete brav neben der Straße her. Wir versuchten halbwegs gute Fotos zu machen, waren aber auch so ziemlich begeistert von unserem ersten Schwarzbären.



Sonntag, 12. Juni 2005

Bye bye Jasper. Heute gings zum Mt. Robson National Park. Das wiederum hieß, bye, bye Alberta und Welcome in British Columbia. Hier mussten wir unsere Uhren umstellen und schwups war unser Tag eine Stunde länger.
Und zur perfekten Begrüßung passend, setzte mal wieder Regen ein, aber mit einem kleinen Regenhusch war es natürlich nicht getan, nein, es schüttete aus vollen Kannen.
Was solls, war nun auch egal. Im Regen wurden dann die Zelte aufgebaut und dann gings gleich los zu einer neuen Wanderung. Wandern im Regen waren wir ja mittlerweile schon gewohnt.
Wir wanderten zu ein paar Seen, die nicht mehr azurblau waren und schon irgendwie, nach Seen wie in heimischen Gefilden aussahen. War schön, aber nicht der Reißer.
Immerhin schlossen wir hier die erste Bekanntschaft mit den lästigen Mücken, die ich aber dank des starken kanadischen MückenEx´s mir gut vom Leib halten konnte. Die Wanderung war an sich ganz nett und machte mich hungrig. Gott sei Dank gab es abends ausreichend Schinkennudeln. Die schmeckten so gut, dass sie in meiner Kochhitliste sehr weit oben standen.
Abends im Zelt wurde es noch richtig lustig und ich konnte vor Lachen kaum Luft kriegen. Mit Moni und Moira neben uns, war also für Stimmung am Campground gesorgt.



Montag, 13.Juni 2005

Heute ging s auf den Trail Kinney Lake im Mt. Robson National Park. Das war eine sehr schöne Wanderung. Die Berge waren hier nicht mehr so hoch wie in den Rockies, waren aber nicht minder schön. Das Wasser im Fluß, der an unserem Wanderweg so entlang plätscherte, war richtig schön azurblau und auch das Wetter ließ heute morgen nichts zu wünschen übrig.


Azurblaues Wasser im Mt.Robson NP Mt.Robson

An einer schönen Stelle, die auf Hawaii nicht schöner sein könnte, gabs dann eine kleine Rast und wir konnten die Seele baumeln lassen.
Ja der heutige Tag war ein sehr entspannter.



Dienstag, 14.Juni 2005

Heute war ein reiner Fahrtag. Es ging nach Clearwater im Grey Wells NP. Auf diesen Programmpunkt freute ich mich natürlich besonders, denn heute abend sollten wir auf einer Ranch zu Gast sein. Juhuu Pferdchen!!!
Das Wetter am Morgen war super und wir verließen Mt. Robson und eine bessere Verabschiedung hätten wir uns nicht wünschen können: Mt.Robsen , "Der Wolkenverhangene", zeigte uns seine Spitze. Aha, so sah die (Spitze) also aus. Wirklich sehr schön, aber nach 5 Minuten war dieses Schauspiel auch schon wieder vorbei. Ja nicht umsonst heißt der Berg der Wolkenverhangene. Da hatten wir mal wieder Glück gehabt.
Da das Wetter heute morgen viel zu schön war und wir unser Glück mit der Spitze schon mehr als genug herausgefordert hatten, wurde das Wetter schlechter, arghh, das Wetter machte mich irre.
Es hatte aber auch durchaus Vorteile, denn als wir am Nachmittag auf der Ranch ankamen, bekamen wir statt der Campsite eine Cabin zugewiesen. Na das ist doch mal ein Angebot. Endlich mal breit machen und nicht ins Zelt kriechen. Wir sechs Damen logierten in einer zwölf Personen Cabin, so dass auch für die Taschen ausreichend Platz war.
Dann ging ich erstmal zur Pferdebesichtigung über. Hübsche Tierchen, die aber doch ein wenig scheu waren und sich nicht ans Gatter trauten. Mist. Den Abend verbrachten wir im Saloon.

Aufenthalt auf der Wells Gray Ranch Wir lassen es uns im Saloon gutgehen

Dienstag, 15.Juni 2005

Auch der heutige Morgen fing nicht gerade so an, als wenn es ein sonniger Tag werden würde. Bäh scheiß Wetter. Das Reiten war erst am Nachmittag angesagt und somit vertrieben wir uns die Zeit mit einer kleinen Wanderung. Es ging auf den Pyramid Mountain.
Da das Wetter so ungemütlich war, hatten wir dementsprechend auch keine grandiose Aussicht, die Wolken hingen zu tief. Ich hoffte inständig, dass sich das bis zum Nachmittag legte. Die Sicht haute uns nicht um, das besorgten aber die Mücken. Man musste hier wirklich immer weitergehen. Ein Stehenbleiben lockte diese Viecher nur so an. Ein Schwarm von Mücken belagerte einen. Man gut, dass ich Moira und Thomas als Mückenabwehr dabei hatte. Die beiden lockten die Tierchen förmlich an.
Moira und ich versuchten ein wenig die Stimmung aufzuheitern, wenns schon nicht dem Wetter gelang. Wir nannten unser musikalisches Potpouri "Radio WMT" (Radio with Mosquito Touch)
Aber gut, auch das haben wir überstanden. Endlich, endlich, am Nachmittag konnte ich mich den Pferdchen widmen. Wir wurden von unserem Guide ein wenig eingewiesen und dann gings rauf auf die Pferde. Ich bekam, das Pferd was mir im Vorwege schon als depressiv aufgefallen war. Na toll. Das passte ja, aber immerhin hatte es zumindest vom Namen her ein sonniges Gemüt. Es hörte auf den Namen "Sunny" und war ein ER. Thomas ergatterte mit "Patch" ein wahres Schlachtross.


Unsere Reitergruppe

Als jeder sein Pferdchen hatte, gings ab in die Wildnis. Der Weg war sehr anspruchsvoll und ich fragte mich mehr als einmal, ob dieser Weg wirklich für Anfänger geeignet ist. Aber Sunny und ich meisterten das alles sehr gut und unterwegs kamen wir auch in den Genuss einer grandiosen Aussicht. Irre. Da konnte dann auch der einsetzende Regenguss meine Stimmung nicht mehr trüben. Ach ja ein schönes Gefühl. Nach 3 Stunden auf dem Pferderücken gings dann wieder zurück zur Ranch. Ach ein herrlicher Ausritt.


Mein Pferd Sunny...Pause auf dem Trail Thomas und das Schlachtross

Nach dem Ausritt besichtigten wir noch die Helmcken und Dawson Falls und vertraten uns so noch ein wenig die Beine. Das Wetter wurde gegen Abend wieder besser und somit hatten wir eine traumhafte Aussicht auf die Wasserfälle.
Heute Abend blieb unsere Campküche auch mal wieder kalt und wir wurden im Saloon mit einem hausgemachten Chili verwöhnt. Ja das war ein Tag so ganz nach meinem Geschmack.



Donnerstag, 16. Juni 2005

Heute war mal wieder ein Fahrtag. Es ging nach Whistler. Irgendwie dauerte heute alles ziemlich lange, so dass wir erst relativ spät am Campground ankamen. Ein Spitzenplatz war das nicht gerade, aber lange waren wir ja eh nicht hier. Der Magen hing mir schon sonst wo und ich sehnte mich nach Essen. Aber mein Warten sollte belohnt werden, denn wir gingen heute Abend auswärts essen. Es ging in den MONGOLIA Grill. Das war quasi ein Asiate, wo man sich seine Zutaten selbst zusammenstellen konnte. Boa das war schon ein Gedicht und man konnte kaum genug davon bekommen. So vollgefressen gings dann zu Bett und der Tag hatte doch noch einen schönen Abschluß.



Freitag, 17. Juni 2005

Heute sollten wir das kanadische Festland verlassen und nach Vancouver Island übersetzen. Tja und das Wetter war heute auch wieder die reinste Freude. Regen und immer wieder Regen. Obwohl es waren doch leichte Nuancen zwischen leichtem Nieselregen und fettem Platzregen spürbar.
Wir fuhren gegen 09.30 Uhr vom Campground los und wollten die Fähre um 12 Uhr ergattern. Leider waren wir für diese Fähre zu spät. Aber selbst pünktliches Erscheinen hätte nichts genützt, da wir uns in einem fetten Stau vor der Fähre wieder fanden. Tja da hieß es also nicht um 12 Uhr sondern um 15 Uhr Abfahrt. Also warteten wir im Regen. Toll.....


Pure Begeisterung Regen,Regen,Regen...

Tja und es wurde noch besser, denn die 15 Uhr Fähre bekamen wir nicht mehr, aber Gott sei Dank wurde eine Fähre neu eingesetzt und wir konnten um 16 Uhr Vancouver verlassen.
Die Überfahrt war nicht weiter aufregend. Gegen 17.45 Uhr erreichten wir Vancouver Island. Vor uns lag noch eine lange Fahrt Richtung Tofino. Spät Abends erreichten wir unseren Campground und es ging dann gleich zu Bett bzw. in den Schlafsack. Mir wäre zwar noch nach einer Dusche gewesen, aber viel mit Duschen war hier nicht, denn dieser 'tolle' Campground hatte keinerlei Duschen. Cest la vie.

Samstag, 18. Juni 2005

Das heutige Highlight des Tages war das Bearwatching am Nachmittag. Aber der Tag begann ja erst und somit widmeten wir uns am Morgen der Flora von Vancouver Island. Es stand ein Besuch des kanadischen Rain Forest auf dem Programm.
Dank nächtlichen Regens und auch noch anhaltenden Pieselregens hatten wir uns für den Rain Forest an sich gutes Wetter ausgesucht. Hier gabs alte bis uralte Bäume, die auf Grund des Klimas hier auf Vancouver Island mit viel Moos und Feuchtpflanzen überzogen sind. Das sah mitunter schon irre aus. Der Weg war sehr bequem, denn ein Holzsteg machte das Gehen doch einfacher. So toll die Flora hier auch war, wir wollten Bären sehen und waren dann froh, dass es um 15 Uhr endlich Richtung Tofino ging.
Da wir noch Zeit hatten, schauten wir uns zuerst ein wenig in Tofino um. Das verkürzte immerhin die Zeit. Aber dann endlich gings ab zum Bearwatching.
Dem Wetter entsprechend gabs hier schicke rote Thermoanzüge für den Fall der Fälle und einen gelben Friesennerz zum Drüberziehen. Ach das sah schon schick aus und machte doch nen schlanken Fuß.


Schickes Outfit Bärenmama mit zwei Jungtieren
Die Bootsfahrt war einfach irre. Mit ordentlich Speed gings übers Wasser. Wir steuerten viele kleine Inseln an und warteten auf die Bären. Zwischendurch erhaschten wir immer mal wieder einen Blick auf die bekannten Weißkopfseeadler. Und sogar ein Nest mit einem Jungvogel bekamen wir zu Gesicht.
Aber das Highlight ließ nicht lange auf sich warten. Auf der einen Insel sahen wir endlich einen Schwarzbären. Er kam nah ans Wasser und suchte dort wohl nach Futter. Später wurde uns gesagt, dass die Bären bei Ebbe an den Strand der Inseln kommen, um unter den Steinen nach kleinen Krebsen und Schalentieren zu suchen. Tja und so wurden nach und nach die Inseln abgesucht und wir sahen sogar eine Bärenmama mit zwei kleinen Jungtieren. Leider kamen wir nicht sooooo nah ran und es bedurfte da schon eines guten Teleobjetkivs. Ach was waren die süß.
Voll mit Bären-Eindrücken gings wieder mit einem Affenzahn über das Wasser. Und mir ist nicht mal schlecht geworden.
Am Abend gabs auch nochmal volles Programm. Wir gingen bzw. fuhren an den Long Beach von Tofino und grillten Steaks über offenem Feuer. Ein bezaubernder Sonnenuntergang umrahmte diese ganze Unternehmung. Ach was war das alles wieder mal schön.

Sonnenuntergang am Strand von Tofino

Sonntag, 19. Juni 2005

Heute ging es Richtung Uclulet, eine kleine Wanderung am Pacific Rim Trail stand auf dem Programm. Aber so richtig Lust hatte ich dazu nicht, denn mich reizte doch mehr die Aussicht auf die Wale und so nahm ich diesen Punkt der Tour einfach als gegeben hin und immerhin ging so die Zeit ein wenig schneller vorbei. Also wanderten wir 4km den Trail entlang. Es gab hier und da ein paar tolle Aussichtspunkte und das wars dann. Kommen wir mal gleich zum Highlihgt des Tages, das Whalewatching. Dank des gestrigen Bearwatchings, kannten wir uns schon aus und waren geübt im Umgang mit den tollen Rettungsanzügen. Da heute das Wetter besser war, konnte auf die gelben Wetterjacken verzichtet werden und wir waren dann komplett ein Traum in Rot.


Tolles Rot, ja ein echter Hingucker Mit nem Affenzahn auf den Pazifischen Ozean

Und dann hieß es auch schon einsteigen und los auf Walsafari. Heute war es noch aufregender als gestern, denn es ging aufs offene Meer und da waren die Wellen auch schon ordentlich höher. Was war ich froh, dass ich mit Reisekaugummis und Reisearmbändern, die die Übelkeit bekämpfen sollten, ausgerüstet war. Wenn wir langsam fuhren, schaukelte es doch mehr als mir lieb war, aber die erste Zeit machten wir ordentlich Speed. Hui, hier geht die Post ab. Es war ein irres Tempo und wir hüpften förmlich auf den Wellen. Jipiiiiihhh. Die ersten Tiere die uns hier begegneten waren Papageientaucher und ein paar Seehunde. Aber so richtig aufregend waren die nicht, nein ich wollte Wale sehen und mich nicht mit diesem Kleinvieh beschäftigen. Also auf auf und weiterfahren, denn das schaukelte schon wieder so. Dann endlich waren wir im Walrevier. So das Warten began. Wart wart... und dann halleluja...ein paar Fontänen spritzten aus dem Wasser. Und wo Fontänen sind, da sind auch Wale. Per Funk wurden die aktuellen Daten auch durchgegeben und siehe da, plötzlich tauchte so ein grauer Riese vor uns auf. Es handelete sich hier um einen Grauwal. Ach wie schön und dann kams noch besser, denn ein weiteres Exemplar dieser Gattung drängte sich gaaaaaanz dicht an unserem Boot an die Oberfläche. Ach schön.


Ein Grauwal Und noch einer!

Diese Viecher hier waren so gemütlich und groß, dass man genug Zeit hatte, sie zu knippsen. Was nicht auf Zelluloid gebannt werden konnte, aber noch schöner war, war der Anblick einer typischen Walflosse, die sich so langsam im Wasser verabschiedete. Nach 2 Stunden Waltour kamen wir auf einer Insel an und wollten da zu den heißen Quellen. Der Weg dahin war mit 2km nicht gerade kurz, aber ein wenig die Beine vertreten war nach der Bootsfahrt gar nicht schlecht.
Nach 3 Stunden Aufenthalt auf der Insel zwängten wir uns wieder in die roten Anzüge und es ging zum zweiten Teil unserer 'Walsafari'. Und man hätte es nicht geglaubt, aber das beste kam zum Schluß. Wir haben tatsächlich einen springenden Buckelwal gesehen, boa irre. Ja es war eine gute Vorstellung, die von einer wilden Wasserfahrt umrahmt wurde.


Montag, 20. Juni 2005

Nach Tagen, ja Wochen in der Pampa ging es heute endlich in die ‚Großstadt’ Victoria. Wurde auch Zeit, denn noch einen Tag ohne Dusche hätte ich nicht vertragen. Die Fahrt von Tofino nach Victoria nahm einige Zeit in Anspruch und es gab somit genügend Zeit zur typischen Busentspannung (nämlich schlafen). Zahlreiche Stopps ließen nach und nach den Verdacht aufkommen, dass es draußen wärmer und sonniger wurde. Ja sollte es möglich sein und ich kam in den Genuss von meiner kurzen Hose? Unterwegs besorgte Larry uns noch unser Abendessen. Es bestand aus zwei Stockeye Lachsen. Sozusagen ‚The best of the best’ im Reich des Lachses. Für die Verpflegung war bestens gesorgt, denn es waren ordentlich fette Burschen. Yam, Yam. Aber bis zum Abendessen war es ja noch ein wenig hin. Der neue Campground, den wir am frühen Nachmittag erreichten, war so ganz nach meinem Geschmack. Kaum stand unser Zelt, machte ich mich sofort auf, um unter die Dusche zu springen. Ach herrlich…endlich duschen. Frisch und endlich auch mal in einer andere Hose , wohlgemerkt kurzen Hose, konnte die Erkundung von Victoria losgehen. Victoria ist schon ein sehr nettes Fleckchen und zur Begrüßung strahlte die Sonne auch vom Himmel. Nach 2 Stunden Erkundung, Shoppingbummel und dem obligatorischen Starbuckszwischenstopp ging es wieder zurück zum Campground. Die leckeren Fische warteten. Es wurde heute Abend ein Gemeinschaftsprojekt, denn jeder war einer anderen Aufgabe zugeteilt. Während Thomas zur Feuergruppe gehörte, war ich für den Mais zuständig und beaufsichtigte die gleichmäßige Bräunung bzw. Erwärmung. Ja ein verantwortungsvoller Job. Larry kümmerte sich um den Lachs. Es dauerte zwar alles seine Zeit, aber am Abend wurden wir dann mit einem wirklich leckeren Essen belohnt. Mhh, sehr gut. Vollgefressen und zufrieden, gings dann zu Bett.


Schöner Lachs Noch schönerer Lachs


Dienstag, 21. Juni 2005

Heute morgen hieß es Abschied nehmen von Vancouver Island. Wieder mit der Fähre ging es von Victoria nach Vancouver. Diesmal hatten wir auch Glück und waren gleich mit der ersten Fähre unterwegs. Das Wetter war immer noch traumhaft und somit verlief die Fahrt sehr angenehm. In Vancouver angekommen, sah dann das Wetter aber schon wieder irgendwie anders aus. Aber ein wenig Abkühlung sollte nicht schaden.
Das Hotel war am A…der Welt, was für spontane Alleinunternehmungen ja nun völlig ungeeignet war. Aber half ja alles nix, da musste man durch.

Tolles Welcome Wetter in Vancouver
Am Nachmittag gab es dann eine kleine Stadtbesichtigung von Vancouver und wir hatten Gelegenheit für erste Shoppingausflüge.

Vancouver Steam Clock Vancouver City
Ja so für den ersten Eindruck war es ausreichend Zeit und morgen hatten wir ja noch mehr Gelegenheiten. Ums auch mal zu erwähnen, mittlerweile regnete es wieder in Strömen, aber mit diesem Wetter waren wir ja bestens vertraut. Am Abend trafen wir uns dann zum gemeinsamen Essen und ließen so den Tag ausklingen.

Mittwoch, 22. Juni 2005

Heute morgen, war ein schöner Morgen, denn endlich wurde man mal wieder in einem Hotelbett wach und musste auch nicht das Zelt abbauen. Da das Hotel weit weg vom Citybereich war, hieß es heute wieder gemeinsam Aufbrechen. Zuerst frühstückten wir gemeinsam in einem Lokal. Das Essen war sehr lecker und war so reichlich , dass es für den ganzen Tag auszureichen schien. Danach war sozusagen Freigang. Endlich mal von der Leine gelassen, gings für Moni, Moira, Thomas und mich zur Erkundung in den Stanley Park. Zuerst gings da zu den Totempfählen, die ja an sich bekannt sind, so dass man sich das auch mal anschauen konnte. Nach ein wenig hin und her, haben wir die auch gefunden und waren aber mehr als enttäuscht, denn irgendwie war alles zubetoniert und es wirkte einfach nur noch wie ne fette Touriattraktion, aber hatte nichts mystisches mehr an sich. Ok, konnte man also abhaken. Beim Aquarium trennten sich dann die Wege von M&M und uns und wir schlugen den Weg Richtung Shoppingmeile ein. Denn nun wollten wir uns ganz und gar den Shoppingexzessen hingeben. Vancouver ist durchaus in der Lage dies zu befriedigen. Da das Shopping doch durchaus ermüdet, zumindest die Füße, legten wir unsere Verschnaufpausen in die Starbucksfilialen und gönnten uns hier Erholung und einen leckeren Kaffeegenuss. Gemessen an der Starbucksdichte hätten wir alle paar Meter eine Pause einlegen können, aber der Konsum rief. Bei den Klamottenpreisen musste man einfach schwach werden. Und da das sogar Thomas passierte, war es tatsächlich so. Voll bepackt und sichtlich ermüdet, trafen wir uns abends wieder mit der Gruppe. Zum perfekten Abschluss wählte Larry einen Platz fürs Abendessen, der wirklich nichts zu wünschen übrig ließ. Vom Vancouver Harbour Tower hatten wir einen tollen Blick über die Stadt und den Hafen und dazu gabs noch einen schönen Sonnenuntergang. Also ja das hatte schon was und täuschte über das durchschnittliche Essen hinweg.